Meine Tipps zu Alkohol und Brustkrebs

Sind Alkohol und Brustkrebs (k) ein gutes Paar? Ich gebe Dir Tipps und wichtige Infos zum Umgang mit Bier, Wein, Sekt und Co bei und nach Brustkrebs. Foto: Svitlana by unsplash.com

Sind Alkohol und Brustkrebs (k) ein gutes Paar? Ich gebe Dir Tipps und wichtige Infos zum Umgang mit Bier, Wein, Sekt und Co bei und nach Brustkrebs. Foto: Svitlana by unsplash.com

Hicks – so ein leckerer Aperol Spritz zum Mädels Abend. Ein Gläschen Sekt zum Anstoßen aufs neue Lebensjahr. Ein kühles Bierchen an einem lauen Sommerabend oder der gute Bordeaux zum Essen im Restaurant. Typische Situationen, in denen Alkohol so gut wie immer dazugehört. Nur – verträgt sich das auch für Frauen, die aktuell in der Brustkrebs Therapie stecken? Und wie sieht es aus, wenn die Primärtherapie abgeschlossen ist und nun Tamoxifen, Letrozol, Anastrozol oder Exemestan über viele Jahre eingenommen werden? Ich gebe Dir fachliche Tipps dazu und berichte von meinen eigenen Erfahrungen damit. Los geht’s mit meinen Tipps zu Alkohol und Brustkrebs.

 Lustig sein geht auch ohne Alkohol

Ich habe noch nie in meinem Leben viel Alkohol getrunken. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich irgendwann mal „sternhagelvoll“ war. Klar, etwas angeschickert schon. Aber irgendwie habe ich am Trinken nie so Spaß gehabt. Allein schon die Vorstellung am nächsten Tag mit einem Kater durch den Tag zu schleichen, war für mich stets eher abturnend. Außerdem war ich früher viel mit dem Auto unterwegs, so dass ich ohnehin nichts trinken konnte. Vielleicht liegt es aber auch an meinem beruflichen Hintergrund. Ich bin staatlich diplomierte Diätassistentin und wusste deshalb schon von Berufswegen einiges zu Alkohol.

Lustig und gut drauf sein geht auch ohne Alkohol. Es ist alles eine Frage der inneren Einstellung. Foto: Michael Discenza by unsplash

Lustig und gut drauf sein geht auch ohne Alkohol. Es ist alles eine Frage der inneren Einstellung. Foto: Michael Discenza by unsplash

Alkohol war mir nie wichtig, bereits vor dem Brustkrebs nicht

Außerdem waren mir die Kalorien dafür immer schon eher zu schade. Also ich esse dann lieber was, als mir Gläserweise flüssige Kalorien zu genehmigen. Das halte ich auch heute noch so und ich denke das wird sich auch nicht mehr ändern. Kurzum – Alkohol hat in meinem Leben nie eine sonderlich wichtige Rolle gespielt. Weder als junge Frau noch heute nach meinem Brustkrebs. Das impliziert, aber nicht automatisch, dass ich eine Spaßbremse war oder nie gefeiert habe. Im Gegenteil – es gab früher kein Wochenende, an dem ich nicht irgendwie auf der Tanzfläche zu finden war. Auch heute noch habe ich da sehr viel Spaß dran.

ALARM! 8 von 100 Brustkrebserkrankungen gehen in Deutschland auf das Konto von zu viel und regelmäßigem Alkoholkonsum.   

Der Brustkrebs kommt – der Alkohol… geht besser

So, jetzt komme ich mit Fakten zu Alkohol und Brustkrebs. Anschnallen, denn die Aussichten sind düster. Alkohol ist ein Zellgift, von dem sich der Körper so schnell wie möglich wieder verabschieden möchte. Deshalb hat die Leber ganz schön was zu tun, wenn Sekt, Bier, Wein, Cocktails und Co getrunken werden. Bei Brustkrebs ist es gleich doppelt kontraproduktiv, Alkohol zu trinken. Denn wer möchte seiner Leber schaden und dazu auch noch ein Zellgift aufnehmen? Das klingt dramatisch ich weiß. Vielleicht denkst du jetzt: Ach das ist ja bestimmt erst der Fall bei täglichem Konsum und mehr als einem Glas pro Tag. Naja, also leider ist dem nicht so.

Ganz egal ob Sekt, Wein, Bier, Cocktails und Co- bei Brustkrebs ist Alkohol nicht zu empfehlen. Foto: Anthony Delanoix by unsplash

Ganz egal ob Sekt, Wein, Bier, Cocktails und Co- bei Brustkrebs ist Alkohol nicht zu empfehlen. Foto: Anthony Delanoix by unsplash

Jetzt ist es amtlich: Alkohol erhöht das Brustkrebs Risiko

In einer australischen Studie zeigte sich, dass der Genuss von sieben Drinks pro Woche das Risiko für Brustkrebs erhöht. Nicht nur für Tumorzellen in der Brust ist Alkohol also willkommenes Futter. Auch bei zahlreichen andere Krebserkrankungen wie Leber, Dickdarm, Speiseröhre oder Mund und Rachen, erhöht sich das Risiko dank alkoholischer Drinks. Mehr noch: Bei Brustkrebs war das Risiko noch höher, wenn die sieben Drinks nicht über eine Woche, sondern binnen einem bis drei Tagen getrunken wurden. Jetzt kannst Du ja mal in dich gehen und überlegen wie viele Gläser du so in der Woche oder an einem Feier-Wochenende oder im Alltag so trinkst.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Alkohol als krebserregend ein. Damit ordnet sie Alkohol in die gleiche Klassifikation wie Arsen, Formaldehyd oder Asbest!

Ärzte raten bei Brustkrebs vom Alkohol ab

Wer wenig Alkohol trinkt, bemerkt dann erst einmal wie viele Dinge damit im Alltag, beim Feiern, Essen oder im Urlaub verknüpft sind. Deshalb ist es für viele Menschen schlichtweg nicht vorstellbar, überhaupt keinen oder nur ganz wenig Alkohol zu trinken. Allerdings ist ein Leben ohne oder nur ganz wenig Alkohol für Frauen mit und nach Brustkrebs eine lohnende Sache. Warum? Ganz klar lässt sich dadurch das Risiko für erneuten Krebs aktiv senken. Deshalb raten Ärzte uns Brutkrebs Frauen in jedem Fall davon ab, regelmäßig, also täglich oder mehrmals pro Woche Alkohol zu trinken. Jetzt denkst Du vielleicht – aber das gehört doch zu meiner Lebensqualität. Dann sage ich: Gehört es nicht auch zur Lebensqualität auf sich Acht zu geben und aktiv etwas für die Gesundheit und damit verbunden ein angenehmes Leben mit hoher Lebensqualität zu tun?

Alkohol ist bei Brustkrebs so schädlich wie Asbest und Formaldehyd

Jahr für Jahr bekommen in Deutschland rund 70.000 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Denn das ist unglaublich viel! Neben Hormonen, erblichen Faktoren und dem Alter spielt der Lebensstil eine zentrale Rolle bei der Krebsentstehung. Große negative Faktoren sind hier besonders Alkohol und Rauchen. So stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alkohol und sein Abbauprodukt Acetaldehyd als krebserregend ein. Alkohol fällt dabei in die gleiche Klassifikation wie Arsen, Formaldehyd oder Asbest. Unglaublich, aber wahr. Und Hand aufs Herz: Gerade bei Sekt, Wein, Bier, Cocktails und Co haben wir es doch selbst in der Hand ob und wieviel wir davon konsumieren.

Bei mir hat besonders Wein dazu beigetragen, dass ich ganz schöne Hitzewellen bekommen habe. Das brauche ich nicht und lasse ihn einfach weg. Foto: Kelsey Knight by unsplash

Bei mir hat besonders Wein dazu beigetragen, dass ich ganz schöne Hitzewellen bekommen habe. Das brauche ich nicht und lasse ihn einfach weg. Foto: Kelsey Knight by unsplash

Was macht Alkohol bei Brustkrebs so gefährlich?

Im Detail ist aktuell noch nicht ganz erforscht und klar, welchen  Einfluss  Alkohol auf die Entstehung von Brustkrebs hat. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass Alkohol die im Körper zirkulierenden Geschlechtshormone beeinflusst. So soll Acetaldehyd sowie andere Abbauprodukte, dank ihrer großen Reaktionsfähigkeit, schnell und einfach Bindungen mit anderen Molekülen eingehen. Dazu zählen auch Bausteine der Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure). Das wiederum kann dazu beitragen, dass es zu Mutationen, sprich genetischen Fehlern kommen kann, die Einfluss auf die Entstehung von Krebs nehmen können.

Gerade Bier gibt es mittlerweile in sehr guten Geschmacksrichtungen ohne Alkohol. Das genieße nach meiner überstandenen Brustkrebs-Erkrankunng ab und zu. Lecker.Foto: Monica di Loxley by unsplash

Gerade Bier gibt es mittlerweile in sehr guten Geschmacksrichtungen ohne Alkohol. Das genieße nach meiner überstandenen Brustkrebs-Erkrankunng ab und zu. Lecker. Foto: Monica di Loxley by unsplash

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Meine Tipps zum Umgang mit Alkohol und Brustkrebs

Für mich gehört Alkohol nicht zu meinem Leben. Ich brauche ihn aber auch nicht. Süße Getränke finde ich ohnehin nicht so lecker. Ich habe zu Beginn meiner Tamoxifen Einnahme bei einem Geschäftsessen ein Glas Wein getrunken. Die Quittung kam prompt: Starke Hitzewallungen, bevorzugt im Gesicht und am Kopf. Das war mir so unangenehm, dass ich seitdem kein einziges Glas Wein mehr getrunken habe. Ich finde Bier erfrischender und hier gibt es so viele gute Sorten, die alkoholfrei sind. Zu meinem Geburtstag oder Silvester gibt es dann auch mal ein Glas Sekt. Und so komme ich damit sehr gut zurecht. Außerdem brauche ich keinen Alkohol, um locker oder lustiger zu sein oder zu werden. Wenn ich mich irgendwo wohlfühle, bin ich das auch so. Im Grunde empfinde ich es als weitaus angenehmer, einen klaren Kopf zu behalten und zu wissen, dass ich mit dem Verzicht aktiv etwas für meine Gesundheit und meine Seele tue.

 

Wie sieht es da bei Dir aus? Wie gehst Du mit dem Thema Alkohol um? Schreib mir dazu gerne etwas hier unten in das Kommentarfeld. Ich freue mich und werde Dir gerne antworten.  

 

Schau doch mal hier auf meinem Blog in die Rubrik Frauengesundheit. Ich habe ganz viele hilfreiche Tipps und Beiträge für Dich.  

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9 Kommentare

  1. Verena Werner
    12. April 2023 / 11:12

    Hallöchen,
    Auch ich habe festgestellt,daß ich Alkohol nicht mehr gut vertragen. Besonders Wein. Ich bekam nachts Herzrasen etc. Nun lass ich Alkohol weg,es gibt tolle alkoholfreie Prosecco,etc…im Restaurant bestelle ich manchmal roten Traubensaft,sieht dann so aus als ob man auch Wein trinkt bekommt mir aber besser. 🙂
    Ich nehme Anastrozol im 4.Jahr…
    LG Verena

    • Kirsten
      Autor
      12. April 2023 / 19:54

      Liebe Verena, ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar. Das mit dem Traubensaft ist ja eine gute Idee. Ich mag alkoholfreies Bier ganz gerne. Das ist schön erfrischend und sieht auch wie „echtes Bier“ aus. Aber mir macht es auch nichts, wenn ich keinen Alkohol trinke. Ich gehe da ganz offen mit um. Denn die meisten Menschen trinken im Grunde sowieso zu viel Alkohol. Da sind wir sehr vorbildlich mit unserem bewussten Umgang damit. Alles Gute für Dich und auf ganz bald hier auf meiner Herzwiese. Wunderbare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  2. Gabi Gerlach
    12. April 2023 / 16:57

    Liebe Kirsten,
    toll und danke, dass Du Deine privaten und beruflichen Erfahrungen in Sachen Essen und Krebs teilst!
    Und es sind interessante Erkenntnisse, über die Du berichtest. Bei mir lässt Rotwein mittlerweile auch mehr denn je Hitze und Röte aufsteigen, sehr unangenehm und sehr schade, denn es war bisher der einzige Alkohol, von dem ich mir hin und wieder mal ein Gläschen genehmige, als Genuss, zu einem guten Essen (es wallt bei mir übrigens auch ohne Alkohol ordentlich 😉
    Ich finde allerdings, dass die Informationen zu dem, was man als Krebspatient*in essen und trinken darf, nicht eindeutig sind. Soja zum Beispiel wird in manchen Studien als Krebsprävention gesehen, andere sagen, besser nicht konsumieren, wenn man schon Krebs hatte. Milchprodukte soll man reduzieren, gleichzeitig wird einem in der Reha Mittelmeerküche empfohlen, zu der auch Käse gehört. Rotes Fleisch gilt als krebserregend, in erster Linie für Darm, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse. Gleichzeitig wird von einigen eine ketogene Krebs-Diät propagiert, bei der Fleisch, Fett und grünes Gemüse bevorzugt, Kohlenhydrate und Zucker dagegen vermieden werden. Auf dem Anti-Krebs-Speisezettel in dem Bestseller „Himbeeren mögen keine Krebszellen“ steht dann wieder der Rotwein mit plausibler Begründung, er habe auch schützende Inhaltsstoffe. Diese widersprüchlichen Ge- und Verbote haben mich in den ersten Monaten nach der Diagnose fertiggemacht, ich wollte ja alles richtig machen. In der Chemo habe ich dann unfreiwillig gefastet, weil nichts geschmeckt hat und ich wenig vertragen habe. Das hat dem Tumor vermutlich nicht gefallen, gut so. Nun, nach der Behandlung, denke ich manchmal an den Spruch:
    Alles in Maßen genießen.

    • Kirsten
      Autor
      12. April 2023 / 20:01

      Liebe Gabi, ganz herzlichen Dank für deine Zeilen. Ich kann deine Bedenken sehr gut verstehen. Selbst für mich als staatlich diplomierte Diätassistentin mit einem tiefen Wissen zu Ernährung war das zu Beginn teils auch verwirrend. Ich habe mich dann über viele Kanäle schlau gemacht. Ich denke ich werde dazu auch mal einen Beitrag hier auf der Herzwiese schreiben. Generell sind „Krebs-Diäten“ nicht sinnvoll. Und rotes Fleisch sowie ein bewusster Umgang mit Zucker kann nie schaden. Auch ohne Krebs nicht. Also: ich werde dazu einen Beitrag im Juni schreiben. Ich hoffe, der hilft Dir und vielen anderen Frauen weiter. In der Rubrik Frauengesundheit habe ich in den Tamoxifen-Beiträgen auch schon etwas zur Ernährung geschrieben. Schau doch da mal vorbei. Und bewusst in Maßen genießen ist eine gute Sache. Alles Gute für Dich und auf ganz bald hier auf meiner Herzwiese. Wunderbare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  3. Lexa
    13. April 2023 / 11:59

    Hallo Kirsten,

    vielen Dank für deinen gut lesbaren, ausführlichen Beitrag, der mir sehr geholfen hat. Ich bin genau deiner Meinung, Alkohol ist völlig überbewertet und einfach nur ungesund. Auch ich habe im Zuge der Antihormontherapie so gut wie nichts mehr getrunken. Was hältst Du von alkoholfreiem Bier?

    Viele Grüße von Lexa

    • Kirsten
      Autor
      13. April 2023 / 20:34

      Liebe Lexa, herzlichen Dank für deine netten Worte. Alkoholfreies Bier finde ich eine gute Alternative. Ich trinke es auch öfter, besonders wenn ich mal essen gehe. Das ist in jedem Fall besser, als Bier mit Alkohol.

      Auf ganz bald hier wieder auf meiner Herzwiese und wunderbare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

  4. Brigitte Werth
    25. August 2023 / 11:52

    Hello Kirsten ,
    vielleicht erinnerst dich noch an mich
    Habe tamoxifen bald geschafft, Juni 2024 !!
    Habe noch nie viel Alkohol getrunken, jetzt geht gar nichts mehr…lasse ich es eben , geht wunderbar ohne !
    immer gut zu wissen, geht anderen auch so !
    viele Grüße Brigitte

    • Kirsten
      Autor
      25. August 2023 / 13:17

      Hallo liebe Brigitte, natürlich erinnere ich mich an Dich. Ich hoffe dass ich die Nachricht bekomme auch im kommenden Sommer mit Anastrozol fertig zu sein. Und ja, das mit dem Alkohol geht mir ja auch so. Und ich werde das auch weitestgehend nach dem Ende der Antihormontherapie beibehalten. Ich brauche das nicht und Alkohol ist nicht harmlos, sondern ein Zellgift. Es ist ein gutes Leben ohne, oder mit sehr wenig, finde ich. Auf ganz bald mal wieder hier auf der Herzwiese. Wunderbare Grüße von Kirsten von der Herzwiese.

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